49€-Ticket

Forderungen an ein digitales Deutschlandticket

Bund und Länder wollen ein digitales "Deutschlandticket" -- einen Nachfolger des 9€-Tickets, mit dem deutschlandweit aller Nahverkehr genutzt werden darf. Wir als Arbeitskreis Nachhaltige Digitalisierung Dresden fordern:

  1. Es muss ein Papierticket geben
  2. Das Ticket muss offline funktionieren
  3. Es darf keine zentrale Datenhaltung geben
  4. Das Ticket darf nicht zu Echtzeit-Überwachung der Positionsdaten missbraucht werden

Die Corona Impfzertifikate haben gezeigt, dass diese Forderungen umsetzbar sind.

Es muss ein Papierticket geben

Bis heute steht nicht fest, ob und wie es ein Ticket in Papierform geben wird. Für uns ist aber klar: Digitalisierung darf keine Ausrede zum Ausschluss sein. Im Sinne einer nachhaltigen Digitalisierung ist es wichtig, Personen, die kein mobiles Endgerät nutzen können oder wollen, einzuschließen. Deshalb muss es möglich sein, das Ticket auch in Papierform zu nutzen.

Das Ticket muss offline funktionieren

Im Sinne der Datensparsamkeit und wegen der oft fehlenden Netzabdeckung in Deutschland ist es notwendig, dass das Ticket offline nutzbar ist. Maximal für die Prüfung der Gültigkeit, also einmal im Monat, darf das Ticket eine zwingende Internetverbindung benötigen.

Ist die Nutzung offline möglich, dann ist auch Forderung 1 leicht zu erfüllen: Der Nutzerin wird jeden Monat postalisch ein ausgedrucktes Ticket zugestellt, u.U. gegen Gebühr.

Es darf keine zentrale Datenhaltung geben

Technisch ist eine zentrale Datenhaltung völlig unnötig. Jede einzelne Verkaufsstelle bzw. jeder Verkehrsverbund kann unabhängig von den anderen das Deutschlandticket verkaufen und digital (kryptografisch) signieren. Es ist völlig ausreichend, wenn die Verkehrsverbünde sich untereinander vertrauen, dass die Tickets korrekt ausgestellt worden. Bei der Kontrolle muss nur die digitale Signatur des ausstellenden Verkehrsverbund geprüft werden, um die Gültigkeit sicherzustellen.

Das Ticket darf nicht zu Echtzeit-Überwachung der Positionsdaten missbraucht werden

Das Ticket soll mehr Menschen auf die Schiene bringen, und schließlich den CO2-Ausstoß in Deutschland senken. Für dieses Ziel sollte nicht die Privatsphäre der Nutzenden gefährdet werden, indem deren (potentiell deanonymisierbaren) Positionsdaten gesammelt werden.

Diese Forderungen wurden von den Corona-Impfzertifikaten umgesetzt. Ein Äquivalent, dass statt Impfstatus einen Ticket-Kauf verifiziert, würde diese Forderungen erfüllen.